Versicherung

Fiktive vs. konkrete Abrechnung: Was bringt mehr Geld?

Sie haben die Wahl: Lassen Sie reparieren – oder behalten Sie das Geld? Beide Wege haben Vor- und Nachteile, die kaum jemand vollständig kennt.

22. April 20268 Min LesezeitVom Sachverständigen

Konkrete Abrechnung: "Ich repariere und reiche die Rechnung ein"

Hier rechnen Sie auf Basis der tatsächlich angefallenen Werkstattrechnung ab. Sie bekommen jeden Cent erstattet – inklusive Mehrwertsteuer und etwaiger Mehrkosten gegenüber dem Gutachten (z. B. wenn die Werkstatt zusätzliche versteckte Schäden findet).

Fiktive Abrechnung: "Ich behalte das Geld"

Sie lassen sich die im Gutachten kalkulierten NETTO-Reparaturkosten auszahlen, ohne tatsächlich zu reparieren. Das ist legal und Ihr gutes Recht – mit zwei wichtigen Einschränkungen:

  • Keine Mehrwertsteuer-Erstattung (nur netto)
  • Verweisungsrecht der Versicherung: Sie darf auf eine günstigere, gleichwertige Werkstatt verweisen
  • Wertminderung wird trotzdem voll ausgezahlt

Wann lohnt sich was?

Konkrete Abrechnung lohnt fast immer, wenn Sie das Auto behalten und ohnehin reparieren wollen – Sie kassieren die volle MwSt.

Fiktive Abrechnung ist sinnvoll, wenn: Sie das Fahrzeug ohnehin verkaufen wollen, Sie selbst reparieren können (Hobby-Schrauber, Werkstatt im Bekanntenkreis), oder wenn die Schäden rein optisch sind und Sie damit leben können.

Wechsel ist möglich – aber mit Frist

Sie können sich erst fiktiv auszahlen lassen und später doch reparieren. Die Differenz (vor allem MwSt.) reichen Sie dann nach. Frist: in der Regel 6 Monate ab Schadensereignis, längstens 12 Monate.

Steuerfalle Selbstständige

Vorsteuerabzugsberechtigte Selbstständige bekommen ohnehin nur die Netto-Beträge erstattet – die MwSt. holen sie sich vom Finanzamt. Hier ist die Wahl steuerlich neutral.

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